ZeitLeben: Zeitzeugen-Interview im BBZ

ZeitLeben: Zeitzeugen-Interview im BBZ

Am BBZ Mölln werden über 3.800 Schüler beschult, 3.800 Menschen mit 3.800 verschiedenen Erfahrungen, Wünschen, Zielen und Biografien. Das Grundgesetz mit Leben zu füllen, sicherzustellen, dass die Würde aller Schüler unantastbar bleibt, dass jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat, alle gleich in ihrer Verschiedenheit respektiert werden, ist eine besondere Aufgabe, welcher sich das BBZ als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichtet hat.

Mit dem Raum für Grundrechte, der im Jahr 2019 eröffnet wurde, wird die Bedeutung des Grundgesetzes im schulischen Alltag hervorgehoben. Eine demokratische Haltung zu entwickeln, setzt voraus, sich mit politischen und historischen Fragen kritisch und aus verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen.

Mit dem Projekt ZeitLeben wurde jetzt ein weiterer Weg eingeschlagen, um zu ermöglichen, dass sich Schüler intensiv mit historischen und politischen Fragen, aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen können. Mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen, zu unterschiedlichen Fragen, Ereignissen und Zeitabschnitten, ermöglicht einen emotionalen Zugang, der für die Entwicklung einer demokratischen Haltung von besonderer Bedeutung ist. Unter der Leitung der Lehrkraft Marcus Mesch, studierter Historiker und Leiter der Fachkonferenz Wirtschaft/Politik am BBZ, führten drei Schülerinnen der Fachschule Sozialpädagogik ein erstes Zeitzeugengespräch. Die Schülerinnen, Pauline Braun, Franciszka Lerch und Julia Sötje erklärten hierzu: „Uns bot sich die Gelegenheit mit einer Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen. Margit Kindermann erklärte sich dazu bereit, von ihren Erlebnissen aus dem Zweiten Weltkrieg zu berichten und diese dem BBZ zugänglich zu machen. Wir saßen einige Stunden zusammen, in denen sie uns von den Ereignissen berichtete und dennoch war es längst nicht alles, was sie uns hätte erzählen wollen. Der Bericht über das persönlich erlebte Ausmaß von Ausgrenzung, Hass, Krieg und Gewalt war überwältigend. Das Gespräch ermöglichte einen emotionalen Zugang zur Weltgeschichte, entsprechend ließen wir uns auch auf das Empfinden und die Einstellung der Zeitzeugin ein. Im Nachgang folgte die kritische Auseinandersetzung. Mit dem Material, was uns zur Verfügung gestellt wurde, sollen unsere und nachfolgende Generationen mehr für das Thema sensibilisiert werden.

Ein zweites Zeitzeugeninterview zum Themenkomplex Flucht und Vertreibung führte das BBZ in Kooperation mit dem AWO Ortsverein Mölln durch. Interviewt wurde die 94-jährige Elfriede Wetzler, die von ihrer Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg berichtete, aber auch über ihr sozialpolitisches Engagement in der SPD und AWO seit den 1970er Jahren.

Die mehrstündigen Filmaufnahmen werden mit Schülern bearbeitet und für den Unterricht nutzbar gemacht.

Unter der Überschrift ZeitLeben sucht das BBZ auch weiterhin Zeitzeugen zu unterschiedlichen politischen Themen und historischen Epochen, die bereit sind, sich filmen zu lassen und nachfolgenden Generationen einen emotionalen, nachfühlenden Zugang zur Geschichte und Politik zu vermitteln.

 

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